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Darf man als Christ Reiki praktizieren?

Reiki und geistiges Heilen aus mystischer Sicht

In jüngerer Zeit erfreut sich die asiatische Heilpraxis des Reiki im Westen wachsender Beliebtheit. In zahlreichen Foren und auf vielen Seiten wird daher die Frage gestellt, wie denn diese fernöstliche Heilkunst aus christlicher Sicht zu bewerten sei. Vielfach führt dies zu der ängstlichen Frage „Darf man als Christ Reiki praktizieren?“ Ich will, da es viele Leute betrifft, daher dieses Thema von der Warte christlicher Mystik aus aufgreifen, und die umfassendere Frage nach den Grundsätzen geistigen Heilens stellen.

Was ist Reiki? Gibt es religiöse oder weltanschauliche Implikationen, die tatsächlich gegen die Anwendung von Reiki als universeller Tradition geistigen Heilens warnen – wenn ja, wie sehen diese aus. Und was ist allgemein von Reiki als relativ neuer Tradition geistigen Heilens zu halten. Dies und mehr in diesem Artikel.

Was ist Reiki?

Bevor wir uns die Frage stellen, was Reiki eigentlich ist, sollten wir uns die Frage stellen was „Ki“ (japanisch), Chi (Chinesisch), Prana (Indisch) oder Ka (ägyptisch) eigentlich ist. In einer vereinfachten Darstellung kann gesagt werden, dass all diese Begriffe schlicht die universelle Lebenskraft meinen. Was dein Herz zum Schlagen und deine Gedanken zum Denken bringt, das ist das Ki – die universelle Lebenskraft – die auch in dir in jeder Sekunde deines Lebens wirksam ist.

In den asiatischen Heiltraditionen werden alle Krankheiten als Blockaden oder Mißstimmigkeiten im Fluß des Ki verstanden. Es liegt daher nahe, die entstandenen Blockaden auf der Ebene und unter Anwendung der Kraft zu beheben, auf deren Ebene sie entstanden sind. Und in diese Richtung gehen alle asiatischen Heilkünste.

Reiki nimmt hier eine Sonderstellung ein, da Reiki eine (relativ neue) Tradition geistigen Heilens ist. „Rei“ bedeutet Geist/Seele und „Ki“ ist – wie schon gesagt – die universelle Lebensenergie, die uns alle durchdringt und die uns alle umgibt. Hierdurch soll angezeigt werden, dass der Praktizierende die heilende Kraft durch einen Akt seines Geistes gezielt senden und ausschicken kann.

Dabei bedient sich der Reiki-Praktizierende verschiedener Handauflegungstechniken (zb Hände werden auf den Kopf, auf die Schläfen, auf die Ohren, auf die Schultern gelegt [in Eigenanwendung] oder knapp über dem Körper schwebend gehalten [bei Anderen]) und ab dem zweiten Grad einfacher Imaginationen der berühmten Reiki-Symbole. Früher wurden diese Symbole als geheime Symbole betrachtet und nur an Eingeweihte weitergegeben, in Zeiten der weiten Verbreitung von Reiki lassen sich diese allerdings einfach über das Internet recherchieren.

Hierbei gilt der Grundsatz: Reiki ist uns allen als natürlich Anlage bereits seit unserer Geburt mitgegeben. Die Einweihungen eröffnen also nicht einfach den Weg in eine Sphäre des Übernatürlichen, sondern verstärken die natürlichen Anlagen des menschlichen Geistes – und das in massiver Weise. Man kann sich diesen Vorgang so vorstellen, als würde jemand mit einem Gartenschlauch (Einweihung 1.Grad) statt einer Spritzpistole (natürliche Anlage) und später mit einem Feuerwehrschlauch (Einweihung 2.Grad) statt einem Gartenschlauch arbeiten.

Darf ein Christ Reiki praktizieren?

Nachdem klar geworden ist, was sich hinter Reiki verbirgt, wenden wir uns der zweiten Frage zu. Darf ich als Christ Reiki praktizieren? Im Internet finden sich natürlich eine ganze Vielzahl an Seiten, die diese Frage aus den unterschiedlichsten Gründen verneinen. Ich schließe mich dieser Ansicht allerdings nicht an, weil sie einem tiefgehenden Mißverständnis der geistigen Beschaffenheit der Wirklichkeit entspringt. Die meisten Seiten geben ihre persönliche Meinung wieder, ob man als Christ nun dies und das tun darf – oder nicht. Und nur ganz selten wir wirklich brauchbare oder profunde Auslegungen aus der Schrift dazu.

Geschweige denn, dass einer der Reiki-Ablehner sich tatsächlich einmal ernsthaft in eigener Anschauung mit dem hinter Reiki stehenden universellen Geist befasst hätte. Ich will hier niemanden Vorverurteilen, da meines Erachtens die eigene Selbstkritik immer vor der Kritik an Anderen kommen muss. Es ist mir jedoch nicht verständlich, wie jemand zu Gunsten reinen Hören-Sagens die eigene Anschauung und Prüfung einer ganzen Tradition geistigen Heilens (und geistlichen Wachstums – denn Reiki ist gelebte Geisteskraft) hintenan stellen kann.

Zum ersten – warum man als Christ geistige Heilung praktizieren darf:
Jesus selbst hat eine Bewegung geistigen Heilens gestartet. Er hat selbst Kranke geheilt, Aussätzige gereinigt und Blinde sehend gemacht. Jesus lehrte offenbar Praktiken der Heilung die heute vielfach in Vergessenheit geraten sind. Und er gibt seinen Jüngern sogar klare Anweisungen dazu, seinen Heilungsdienst fortzuführen.

So lesen wir in der Schrift: „Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“ (vgl Mark. 16,17-18)

Und andernorts: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (Mt 10,8) Wenn dies keine unmittelbare Aufforderung zum geistigen Heilungsdienst ist, was ist es dann? Verse wie diese werden in der fundamentalistischen Reiki-Kritik aber leider meist überlesen – oder erst gar nicht in Erwägung gezogen!

Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. In der Reiki Einweihung zum ersten Grad – wird entweder genau diese oder doch eine sehr ähnliche Technik der geistigen Heilung durch Handauflegung (an sich und anderen) gelehrt und weitergegeben. Dies während diese Praxis geistigen Heilens heute in der Christenheit weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Und selbst wenn wir das Glück haben einen Christen zu treffen, der sich in dieser Glaubenspraxis wieder übt, finden wir ihn oft in einem sehr zögerlichen und beinahe furchtsamen Zustand.

Dies hat seine Ursache darin, dass wir heute vielfach nur noch einen traurigen Rest des ursprünglich spirituellen Reichtums des christlichen Glaubens finden. Jede Zeit hat den Glauben in ihrem Sinne neu interpretiert – und in unserer materiellen Zeit ist viel von der ursprünglich geistlichen Tiefe der Lehre von Jesus und seinen Jüngern verloren gegangen. Ein einfaches Beispiel dazu: Die Apostel waren noch so von Geisteskraft durchdrungen, dass ihr energetisches Feld auf Gegenstände die sie getragen haben übergegangen ist – und die in weiterer Folge Heilungen bewirken konnten. (vgl. Apg. 19,11-12)

Dies ist kein ungewöhnliches Phänomen, sondern einfach ein natürlicher Sekundäreffekt der geistigen Kraftwirkungen hochrangiger Eingeweihter. Man könnte sagen: selbst die Schweißtücher der Apostel waren so mit universeller geistiger Kraft (Ki) aufgeladen, dass diese selbst noch Heilungen und positive Effekte bei den sie berührenden ausgelöst haben.

Dies sind Effekt und Heilungen die durch die Anwendung der individuellen – geschulten – Geisteskraft und Reiki durchaus auch im Bereich des Möglichen liegen! Es sind im wesentlichen energetische oder magnetische Aufladungen bzw. Imprägnierungen, die Eigeweihte bewusst in allen Gegenständen hervorbringen können.

Es liegt daher durchaus nahe anzunehmen, dass Mikao Usui (der Begründer des Reiki-Systems) durchaus einen meditativen Zugang zu der universellen Heilungskraft gefunden hat, die auch Jesus seinen Jünger geöffnet hatte.

Doch wagen Sie einfach einmal einen Selbstversuch. Gehen Sie in eine durchschnittliche christliche Gemeinde und fragen Sie dort ob nicht einer der Gläubigen ihnen die Hände auflegen kann um sie von einer Krankheit zu heilen. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Rechtgeleiteten wohl eher irritiert auf diese Bitte reagieren würden, obwohl es ein klares Herrenwort dazu gibt. Es sind dann genau diese Leute, die anderen verbieten wollen Geisteskraft zu entfalten – schlicht weil sie es selbst nicht können und weder Wissen noch Erfahrungen auf diesem Gebiet vorweisen können. Daher fürchten sie, was sie nicht verstehen – und denken sich: Im Zweifel besser nichts damit zu tun haben.

Zum Zweiten – worauf die Frage nach der Verträglichkeit von Reiki und christlichem Glauben herrührt.

Mir fällt immer wieder auf, dass Menschen die sich ernsthaft Fragen ob Reiki denn auch etwas für sie als Christen ist dies oft aus einem aufrichtigen Interesse an der Sache und dem geistigen Weg heraus tun. Und in der Tat halte ich es für eine gute und sinnvolle Praxis sich über einen Weg, den man einschlagen möchte vorab zu informieren. Leider finden sich im Internet aber nicht nur seriöse und sachliche Beiträge zum Thema, sondern auch zahlreiche Seiten, die primär aus Unwissen und Unverständnis gegenüber den geistigen Prinzipien vorschnell negative Kommentare und Ansichten kundtun.

Was mir auffällt ist, dass viele Seiten die sich negativ gegenüber Reiki geäußert haben, dies oft nicht auf Basis des klaren biblischen Befunds oder des Zeugnisses der Schrift, sondern allzuoft aus der Privatmeinung der Seitenbetreiber heraus tun. So habe ich im Zuge meiner Recherchen zu diesem Artikel haarsträubenden Unsinn gelesen – wie etwa: Reiki wäre der Geist des Antichristen!

Doch nichts könnte verkehrter sein. Wie oben schon erwähnt, ist das Ki oder Chi nichts anderes als die universelle Lebenskraft – eine Kraft die durch Reiki über das Medium des Geistes weitergegeben wird.

Den Geist des Lebens per se als „Geist des Antichristen“ zu titulieren ist damit ein absoluter Horror – denn das hieße den Schöpfer selbst als Teufel zu bezeichnen. Wer solches tut, der ist nahe an der Lästerung des Geistes! Auch Jesus wurde von den Schriftgelehrten seiner Zeit vorgeworfen er wäre mit dem Teufel im Bunde – und dies nachdem er offensichtliche Heilungen bewirkt hatte.

Man sollte meinen, dass ein solches Vorgehen doch völlig absurd ist – doch der fanatische Eifer der Rechtgläubigen ist als Faktor wohl leider nie zu unterschätzen. Ob eine Kraft, ein Geist, eine Wirkung von Gott kommt oder nicht, lässt sich dabei durch die Methoden die die Schrift selbst uns gibt einfach überprüfen. Jesus sagt ja – im Blick auf die ‚falschen‘ (aber auch wahren) Propheten: „Nicht an ihren Worten, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“( vgl. Math. 7,15-20)

Mehr noch:

„Mt 7,15 Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.

Mt 7,16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?

Mt 7,17 Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.

Mt 7,18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten.“

Um zu erkennen ob Reiki von Gott stammt und letzten Endes von Christen vorbehaltlos und ohne Gewissenskonflikt genutzt werden kann, sollten wir uns die Frage stellen: Welche Früchte bringt Reiki nun wirklich hervor? Reiki ist ein System geistigen Heilens. Es heilt Probleme in Körper, Geist und Seele – und öffnet deinen Blick für die übernatürliche, die geistige Welt. Körperliche und geistliche Heilung ist mit Sicherheit eine gute und positive Frucht. Und damit ein eindeutiges Indiz dafür, dass Reiki als Heilungs- und Einweihungsweg in natürlicher Weise absolut koheränt mit den positiven Prinzipien der Lehren von Jesus und der heiligen Schrift ist.

Mehr noch: Jesus selbst forderte die Jünger, wie weiter oben in diesem Artikel schon dargelegt nicht nur dazu auf, durch Handauflegung zu heilen (Technik im Reiki 1.Grad) , sondern sagt überdies: „Ich BIN der Weg, und die Wahrheit und das LEBEN.“ (vgl. Joh. 14,6) Wenn das Ki in Reiki nun nichts anderes ist, als der große Geist des Lebens, dann verbindet dich Reiki in Wahrheit eben genau mit diesem. Und ist damit selbst ein durch und durch christliches Prinzip – auch wenn es natürlich in einem anderen kulturellen Umfeld entstanden ist.

Zum Dritten: Die Überprüfung von Reiki durch die Kraft des Heiligen Geistes!

Ich will diesen Artikel nicht nur mit theoretischen Ausführungen beenden, sondern dem geneigten Leser die Möglichkeit bieten – oder ihm einen Weg zeigen wie er als glaubender Christ die Quelle und das Wesen von Reiki selbst ausprobieren kann.

Jeder wahre Christ empfängt nach der Lehre der heiligen Schrift den heiligen Geist. Dies ist keine fromme Theorie, sondern erlebbare Realität. Es ist nicht möglich dieses Erlebnis zu faken oder durch äußere Mittel zu imitieren. Und mit diesem Empfang des Heiligen Geistes – wohinter im Übrigen ein tatsächliches spirituelles Erleben steht – einher gehen die unterschiedlichen Geistesgaben, wie etwa die Unterscheidung der Geister. Durch dieses Charisma – eine Gnadengabe Gottes – ist es dem Gläubigen möglich die Herkunft und Quelle aller geistigen Erscheinungen ohne einen verbliebenen Zweifel zu überprüfen.

Und selbst wenn ein Bruder oder eine Schwester im Herrn hier einen Zweifel hat, so kann er selbst Gott – der allen gerne gibt und niemandem einen Vorwurf macht – um eine eindeutige Erkenntnis in dieser Frage bitten. Es gibt in der Schrift keine Pflicht und kein Verbot Reiki zu empfangen.

Ich bin jedoch gewiss, dass es jedem Christen erlaubt ist, sich in dieser Frage seine eigene Meinung zu bilden. Denn auch der Apostel Paulus schreibt dazu ja: „Prüft alles, das Gute behaltet.“ (1 Thess 5,21)

Und nichts könnte dem Verständnis von Reiki und den wahren Dimensionen der Geisteskraft im Westen mehr dienen, als eine Gemeinde oder Kirche die heute lernt sich neu dem von Gott in allen Dingen zu öffnen. Denn hierin liegt der Schlüssel zur geistigen Vollmacht verborgen – und ein großer Segen wartet darauf, von uns erkannt und entdeckt zu werden!

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