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Mission Mystik – [dreizehnte Betrachtung]

“Die Tugend strebt allezeit nach oben, vorwärts, weiter als sie bisher schon gelangte und ist und bleibt sich nicht selbst genug.” 
(myself)

Auch in unserem Tun und Handeln gibt es kausale Gesetzmäßigkeiten, die Mystik und Spiritualität seit Jahrhunderten – wenn nicht Jahrtausenden – erforschen. Dabei stoßen wir oft auf überraschend einfache Erkenntnisse. So schreibt Eckehart, kann das äußere Werk niemals klein sein, wenn das Innere groß ist. 

Tugendhaftes Handeln und die im Leben des Menschen verwirklichte Tugend sind dabei nichts anderes, als das äußere Werk der inneren Verbindung mit der Gutheit selbst. So wie ein guter Baum gute Frucht bringt, wenn er mit seiner Quelle verbunden bleibt, bringt auch das Leben des Menschen automatisch gutes hervor, wenn der Mensch mit Gott in der Tiefe seines Herzens verbunden bleibt.

Auch bleibt dem Menschen, sollte ihm auch das äußere Werk vollends genommen werden, die innere Realität seines Geistes doch stets erhalten. Eckhart veranschaulicht uns das am Beispiel eines Steins: Das äußere Werk des Steins besteht schlicht darin, daß der den physikalischen Kräften der Natur unterliegt. Er fällt zb aus großer Höhe fallen gelassen schlicht nach unten. Ist der Stein nun am Boden angekommen, ist ihm zwar das äußere Werk des Fallens benommen, das innere Werk das “nach-unten-strebens” verbleibt ihm aber als wesentliches Element seiner selbst.

/* Würde ein Stein zb hundert Jahre auf dem höchsten Berg der Welt liegen, würde er dennoch wenn man ihn nach hunderten oder tausenden Jahren fallen liesse, immer noch nach unten streben: und fallen. */

Für mich als Mensch bedeutet das: In welche Richtung strebe ich? Strebe ich nach irdischen Dingen, strebe ich gleichzeitig zur Erde – also nach unten. Lasse ich mich aber von himmlischen – geistlichen – Dingen inspirieren strebe ich statt nach unten plötzlich nach oben und das Reich der Himmel gewinnt immer mehr und mehr Gestalt in meinem Leben.

Das hat aber nichts mit religiösen (oder frommen) Theorien und dogmatischen Glaubenssätzen zu tun, sondern schlicht mit der inneren Realität unseres Herzens.

Der Mensch kann sich jederzeit und an jedem Ort seines Lebens dafür entscheiden sich dem Wirken des Reichs der Himmel zu öffnen. Es ist wie Jesus sagt: “Das Reich der Himmel, ist mitten unter euch.” Öffne ich mich in meinem Herzen der Gutheit, der Tugend, dem Wirken Gottes, dem Himmel oder was immer, werde ich von dieser geistlichen Realität geflutet. Die Energie dessen womit ich mich verbunden habe gewinnt Einfluss auf mein Leben und bringt seine geistliche Wirkung in mir hervor.

“Wie der Herr, so’s Gscher” heisst es dazu in bester österreichischer Mundart. Will heissen: Wie der Charakter des Herren im Haus, so alle die zu ihm gehören. Und genau das gleiche gilt auch für den Zusammenhang von Geist und Leben. Öffne ich mich negativen Energien, wird auch mein Leben davon negativ beeinflusst werden. Öffne ich mich positiven Energien, strebe ich eben vice versa nach oben – und hin zum Guten.

Um mich der geistlichen Realität des Guten, Wahren und Schönen zu öffnen, genügt es einfach eine Entscheidung dafür zu treffen. Ich öffne mein Herz indem ich mich dazu entscheide eben einfach das Gute, Wahre und Schöne durch mich Wirklichkeit werden zu lassen. Ich habe den Gedanken, entscheide mich dafür und kann erleben, wie das Gedachte in meinem Leben Wirklichkeit wird.

Heute schon für das Gute geöffnet? Wann wäre ein besserer Zeitpunkt dafür, wenn nicht: Jetzt?

+++ Mehr kommt bald! +++

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