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Mission Mystik – [dritte Betrachtung]

“Ich nehme meine Zuflucht zum Guten, Wahren und Schönen.”
(frei nach Buddha)

Gutheit, Wahrheit und Gerechtigkeit haben Menschen immer schon begeistert und fasziniert. Aber dass sie auch einen lindernden Effekt auf das Leiden von Menschen haben können, ist an sich eine spannende Feststellung. Wenn man bedenkt, daß sie schon vor hunderten Jahren getätigt wurde, wohl auch keine sonderlich neue, aber immerhin eine für mich persönlich neu-gehörte, aufhorchen-lassende und damit spannende Begebenheit.  

Zuerst, so sagt Eckehardt, muß man wissen, daß der Weise und die Weisheit, der Gute und die Gutheit, Gerechtigkeit und der Gerechte aufeinander Bezug nehmen – also zusammen in einer Art von Beziehung stehen. Als übergeordnete, transzendente Wirklichkeit stehen diese drei Größen eben auch in Beziehung zum Menschen. Der Mensch als Handlender ist dabei der, durch den sich Weisheit, Gutheit und Gerechtigkeit manifestieren. Gutheit, Weisheit und Gerechtigkeit – nennen wir sie einmal: die energetische Trias – sind dabei wie die Quelle und der Mensch wie das Gefäß in das sie ihre positiven Auswirkungen fliessen lassen. 

“Ich nehme meine Zuflucht zu Vater, Sohn und heiligem Geist.”

Ebenso verhällt es sich auch mit Gott dem Sohn und Gott dem Vater und dem heiligen Geist in der biblischen Überlieferung. So wie Gerechtigkeit, das Gute und die Wahrheit sowohl innerhalb ihrer triadisch ausgestalteten Beziehung dieselben grundlegenden Kräfte – und doch unterschiedlich sind – so ist auch Gott einer und doch drei.

Das christliche Bild des drei-einen Gottes, können wir auch in einem mystischen Sinne als Entsprechung zur Strukturiertheit unseres eigenen Geistes verstehen: der Vater steht in diesem Sinne für das Sinnbild der Weisheit unseres höheren Selbst. Der Sohn – das sind wir – unser Ego in unserem Mittleren selbst – und der heilige Geist ist die allerheiligste Kraft der höheren Wirklichkeit – oder des großen Ganzen – der durch uns uns in uns wirkt, und so den Sohn Gottes (in der äußeren Realität) mit dem Vater (im feinstofflichen Tempel der inneren Wirklichkeit) verbindet – gleichzeitig aber durch diese gewirkt und gesandt wird.

Und so ist auch das Verhältnis des die Gerechtigkeit, die Wahrheit oder die Gutheit wirken lassenden – durch sich wirken lassenden – Menschen wie das Verhältnis von Vater und Sohn – gewirkt durch den heiligen Geist.

In dem Moment aber, wo die energetische Trias überfliesst in den Menschen, so bleiben sie nicht zwei voneinander völlig getrennte Entitäten, sondern werden eins.

In dem Moment in dem das Gute, Wahre und Schöne durch dich zu wirken beginnt, gehst du vollkommen darin auf – und entfaltest dein höheres Selbst in dieser, unserer Wirklichkeit.

Gerade das ist auch der spannende Moment am Handelnden Menschen und den ewig unberührten Größen von Gerechtigkeit, Gutheit und Wahrheit. Indem der Mensch das Gute durch sich wirken lässt tritt es durch ihn in unserer Weltwirklichkeit in Erscheinung. Gleichzeitig aber bringt der Mensch das Gute auch in der Welt hervor. So sind Gutheit, Wahrheit und Gerechtigkeit gleichzeitig gebärend – und ungeboren. Schöpfend und doch ungeschaffen. Quelle und doch Ziel unserer menschlichen Bemühungen.

Dann geschieht etwas recht merkwürdiges – oder sagen wir: bemerkenswertes (!) mit dem Menschen, der sich an dem energetischen Trias ausrichten möchte, ja- der nur an Gutheit, Wahrheit und Gerechtigkeit denkt: er erfährt sowohl geistlichen Trost aus der Transzendezerfahrung heraus, als auch eine Wandlung seiner selbst hin zum Besseren. Gutheit, Wahrheit und Gerechtigkeit beginnen in das Leben des Menschen zu fliessen, alleine schon dadurch daß der Mensch sich im Denken für diese Größen der geistigen Wirklichkeit öffnet.

Ebenso ist es auch im Gebet und im Denken des Menschen an Gott (den einen Geist, oder: das große Ganze). Indem er sich dem Strom der göttlichen Liebe öffnet, beginnt dieses heilige Geheimnis wie von selbst durch ihn und sein Leben zu fliessen – und nach und nach immer öfter sich einzustellen.

Anselm Grün, der bekannte Benediktiner und Autor zahlreicher Bücher über den christlichen Glauben, meint dazu: Im Gespräch mit Gott öffnet sich der Mensch seiner spirituellen Quelle. Und es geschehen zwei Dinge: Zum einen werden von der Quelle und ihrem Fluß negative Gedanken oder Emotionen einfach weggepült. Der Mensch, sein Denken, sein Fühlen und sein Wesen klaren auf. Man wird ruhiger und gelassener. Und zum anderen fliesse diese Ruhe und die damit verbundene heitere Gelassenheit auch auf andere Menschen über.

Und so erkennen wir schnell, aus welcher geistlichen Quelle ein Mensch schöpft: Wer aus der hellen und reinen Quelle von Gottes heiligem Geist – der heiligsten und wunderbarsten Kraft im Multiversum – schöpft, strahlt dies auf eine faszinierende, schwer beschreibbare Art und Weise auch nach außen hin aus. Wer dagegen aus einer trüben Quelle, wie Erfolgsdenken, Unsicherheit oder ähnlichem schöpft, der wird sich in seinem Tun nicht kritisieren lassen wollen – und gegebenfalls rasch ungehalten reagieren – um sich gegenüber dem Infrage gestellt werden selbst abzusichern – und eine gewisse Aggression oder Unbeherrschtheit ausstrahlen.

Für uns heißt daß ja: Aus welcher Quelle wollen wir schöpfen? Was beherrscht unseren Alltag? Und: Sind wir – auch wenn wir mit guten Vorsätzen und Idealen gestartet haben – noch mit der reinen Quelle der Gutheit, der Wahrheit – und der Schönheit – verbunden? Wer sich neu ausrichten möchte, der muß sich erst einmal selbst in Frage stellen – zur Ruhe kommen von seinem Wirken und Tuen, und schauen ob sein geistiger Kompass noch auf sein eigentliches Ziel ausgerichtet ist. Wann wäre dafür ein besserer Zeitpunkt, wenn nicht: Jetzt? 

+++ Mehr kommt bald +++

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