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Mission Mystik – [vierzehnte Betrachtung]

“Auch ist das innere Werk darin göttlich und gottartig und verrät göttliche Eigenheit, daß, gleichwie alle Kreaturen, selbst wenn es tausend Welten gäbe, nicht um Haaresbreite den Wert Gottes allein übersteigen würden…” 
(M.Eckhart)

Gott ist wie der große Geist des Lebens. Er wirkt wie ein energetisches Band, das dich, mich, alles was im Universum existiert eint. Oder sagen wir es mit Obi Wan: Gott ist wie ein großes Energiefeld, das uns umgibt, uns durchdringt und das Universum zusammen hält. Und egal welche Vorstellung der Mensch sich von Gott macht: Gott ist und bleibt immer irgendwie anders. Sein Geheimnis erstreckt sich weiter als des Menschen Geist jemals reichen kann. Und das, liebe Leser, ist auch gut so.

In der johanneischen Theologie – also der Gotteslehre in den dem Apostel Johannes zugeschriebenen Büchern des Neuen Testaments – gibt es ein großes, lichtvolles Leitmotiv, dem alle Aussagen von und über Gott zu folgen scheinen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Gerade auch einem Menschen aus einem polytheistischen Umfeld, dessen Gottesvorstellung unter anderem von großer Unsicherheit geprägt war, mag dies die erlösende Botschaft überhaupt sein: Gott ist gut. Und seine Gutheit reicht auch bis zu dir.

Gott ist Licht. Und: Gott ist Liebe. Es gibt wohl keine andere Größe des menschlichen Lebens die den Geist des Menschen zu so großen Leistungen – und Entbehrungen – anspornt wie die Liebe. Was aber die wenigsten Wissen: Liebe ist mehr als eine Emotion. Sie gleicht eher einem spirituellen Feld, in dem sich der Mensch längerfristig bewegen kann. Mehr noch: Sie ist eine Qualität des Seins, der sich das Herz des Menschen öffnen kann.

Dem christlichen Mystiker Anselm Grün wurde dazu einmal von einer japanischen Zen-Meisterin gesagt: “Immer lieben? Das wäre mir zu anstregend.” Und in der Tat kann ein Bleiben in der Liebe – solange die Liebe nur als etwas äußeres gesehen wird – einiges an Kraft und Anstrengung kosten. Man denke nur an all die Nettigkeiten denen der Mensch im Leben so ausgesetzt ist. Wenn wir da trotzdem in der Liebe, als Eigenschaft (!), bleiben möchten, kann das zu einem verbissenen geistlichen Ringen führen.

Betrachten wir aber die Liebe als spirituelles Feld, und als Zustand des Seins ändert sich das plötzlich. In einem spirituellen Feld kann ich mich aufhalten, wie in einem geistigen Raum. Und dann ist alles ganz einfach. 

Genauso wie es uns keine sonderliche Mühe bereitet uns in unserem Wohnzimmer zu entspannen, bereitet es uns auch keine Anstrengung im geistlichem Raum der Liebe zu bleiben. Oder – christlicher ausgedrückt – in Gott zu bleiben. 

Gerade weil Gottes Geist sich in die Liebe ausstreckt, offenbart uns die Liebe auch am besten zentrale Wesensmerkmale und Wahrheiten über die Schöpfung. In dem Moment wo ich einen anderen Menschen liebe, wird mir klar: Dieser Mensch ist mir unendlich wertvoll. Und ich möchte ihn – um nichts auf der Welt – missen müssen.

Und ebenso wird es dem, der schon einmal eine Form von Einheitserfahrung gemacht hat bewusst: Das gilt für die ganze Schöpfung. Ein universelles Band der Liebe geht von mir, zu dir, zu den anderen, immer weiter. Ohne Anfang, ohne Ende, ohne Unterbrechung. Und plötzlich fliesst – wie von selbst – positive Energie durch dieses Band. Und segnet alles Leben. Das ist das wahre Sein des Einen. Das Eine ist die Gutheit – und gewahren wir uns als seiend in ihm, fliesst sein Gutes auch durch uns.

Und ebenso erkennen wir: Dieses Eine ist mir auf einmal, von einem Moment zum anderen, unendlich wertvoll. Ich will es um nichts auf der Welt missen müssen. Und unvergleichend, ruhend in seinem Frieden bleiben wir voll heiterer Gelassenheit, Heiligkeit und Herrlichkeit. Ohne Unterschied. Alles in Einem. 

+++ Mehr kommt bald! +++

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