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Mission Mystik – [zwölfte Betrachtung]

“Das Werden des Feuers vollzieht sich mit Widerstreit, mit Erregung und Unruhe und in der Zeit; die Geburt des Feuers aber und die Lust ist ohne Zeit und ohne Ferne.”
 (die Meister, nach Eckhart)

Gleichheit und Einheit sind nicht dasselbe. Die Seele verachtet und verabscheut – ja hasst, sagt Eckhart- die Gleichheit insoweit sie Zweiung und Unterscheidung in sich trägt. Zwei Dinge, die gleich sind, setzen ja voraus, daß es eben zwei Dinge sind. In der All-einheit erfahren wir aber, daß es zwischen uns, Gott und der Welt keine unüberwindliche Kluft, sondern eine tiefe Verbundenheit gibt.

Die alten Meister lehrten, das Feuer sei ein himmlisches Element. Der Himmel sei von Feuer umgeben und würde ein Sturm wider ihn wüten, könnte ihn nicht einmal ein zarter Hauch davon erreichen, wenn der Himmel es nicht zuliesse.So begibt es sich, daß ein Funke, wenn er vom Feuer geboren wurde sofort in Richtung des Himmels strebt, weil er sich nach seinem Vater im Himmel verzehrt. Dabei wirkt der Funke nicht zerstörend, sondern geht auf in der Einheit mit der Natur und der Ordnung des Kosmos.

Eben darum erkennen wir, daß das Feuer, solange es brennt die Einheit mit dem Holz – (post)moderner gesprochen dem Brennmaterial – sucht, insoweit es alle Gleichheit und alle Unterschiedenheit verzehrt. Das Feuer beraubt das Holz nicht seiner Eigenheit, sondern transformiert sich selbst mit dem Holz in ihrer Zweiheit.

Und so erlangen Feuer und Holz am Ende eine neue Form des Daseins: Indem sie einander völlig transformieren, und eines ins andere übergeht.

In der All-einheit geht es gerade nicht darum gleich wie etwas oder jemand zu werden. Es geht darum zu erkennen, zu erfahren, zu erleben daß wir auf einer tiefen geistigen Ebene immer schon Eins sind. Diese Einheit aller Dinge ist ein Zustand des Seins, und keine Ekstase die mit diversen Techniken und Methoden erst erreicht werden müsste.

Eben darum geschieht auch mit dem einheitserlebenden Menschen etwas eigenartiges: die Vereinigung mit dem Göttlichen bewirkt etwas wie ein inneres Leuchten in ihm. Aus diesem inneren Leuchten erwächst dann ein Fluss des Segens, der wie von selbst durch ihn geht und ihn selbst mit dem Urgrund von Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit vereint. Der Einzelne erhält auf der geistigen Ebene Zugriff auf die gesammelte Weisheit von Jahrtausenden – und setzt diesen geistlichen Schatz automatisch zur rechten Zeit auf die rechte Weise ein.

Und seit einer diesen Zustand erlebt hat, wird er den geistlichen Tugenden gewahr – und fragt sich: Wozu arbeiten? Wozu nach etwas streben? Könnte ich nur immer All-eins-erlebend sein…. 

Und wie das Leben der großen Meister uns lehrt, liegt auch in diesem Wunsch eine große Weisheit, Wahrheit und Kraft verborgen, die uns weit über unsere irdischen Sorgen und Nöte erhebt – also: Treten wir ein in die himmlische Schatzkammer, der All-einheit und der geistigen Wirklichkeit.

+++ Mehr kommt bald +++

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