Mission Mystik – [zweite Betrachtung]

„Gesegnet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, ein Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unseren Betrübnissen.“ (3.Kor.1,3f)

Das Leben hat seine schönen Seiten – und seine Schattenseiten. Und um dem Menschen ins einen dunklen Stunden beizustehen, schriebt Eckehardt sein liber benedictus – Das Buch der göttlichen Tröstung. Eckehardt sieht dabei eine dreigliedrige Struktur des Leids – und er sagt: 

„Es gibt dreierlei Betrübniss, die den Menschen anrührt und bedrängt in diesem Elend. Die eine kommt aus dem Schaden am äußeren Gut, die andere aus dem Schaden der seinen Verwandten und Freunden zustösst, die dritte aus dem Schaden der ihm selbst widerfährt in Geringschätzung, Ungemach, körperlichen Schmerzen und Herzeleid.”
(M.Eckehardt, Liber Benedictus, Insel Taschenbuch, Seite 11)

Mir geht es schlecht wenn ich etwas verliere. Weil ich es haben will. Es ist in meinen Gedanken, meinem Geist und meinem Herzen. Was aber, wenn ich bewusst will, es verloren zu haben? So meint auch Marc Aurel sinngemäß: Wenn dir etwas schlechtes widerfährt, und du kannst die innere Einstellung dazu entwickeln, daß du es im Grunde immer schon so haben wolltest, entwickelst du die Kraft ganz anders mit diesen Dingen umzugehen.

Uns geht es schlecht, wenn es anderen – die wir gern haben – schlecht geht. Ist geteiltes Leid nun halbes Leid – oder doppeltes Leid? Halbes Leid für den Leiden in jedem Fall, denn dadurch daß er sieht: “Ich bin nicht alleine”, fällt es ihm schon leichter mit seinem Erleben umzugehen. “Ich bin gehalten”. “Es gibt jemanden, der mich trotz allem mag, kennt, und gern in meiner Nähe ist.” Ein Beistand sozusagen.

Und mir geht es schlecht, wenn mir selbst etwas widerfährt, das ich so nicht wollte. Stimmt einerseits. Andererseits hat mir ein alter Freund dazu vor kurzem gesagt: „Die Dinge scheinen nur so schlimm, so lange sie nicht eintreten. Dann geht man schon irgendwie damit um. Es ist die Furcht vor der Furcht, die uns wirklich Angst macht.“ Und das kann ich auch bestätigen. Ich hatte immer panische Angst davor eine schwere Erkrankung zu bekommen. Bis so etwas passierte und ich länger ins Krankenhaus musste. Dann war es aber einfach so – später wurde dieser Erkrankung mein Weg zur Heilung – und heute ist die Erinnerung daran eine Quelle der Kraft für mein Leben. Mitunter muß man vielleicht einfach erst einmal verloren sein – damit man (zu) sich selbst finden kann.

Und bei all dem Leid das einem Widerfährt – gibt es mindestens einen Ausweg. Und es gibt Techniken und Hilfestellungen die uns unser Leid ertragbar machen können. Im Buddismus heisst es: Alles Leben – ist Leiden. Alles Leiden – ist aber auch erfahren. Und alles erfahren – ist lernen. Leben bedeutet also auch einfach: zu lernen.

In konkreten Leidenssituationen ergibt sich vieles auch einfach wie von selbst.

Anderes erscheint uns zäh und außerordentlich schwer. Und um dem Menschen dabei zu helfen, sein Leiden im wahrsten Sinne des Wortes zu Lernen, schreibt Eckehardt ein dreiteiliges Buch, gegen die dreiteilige Form des Leids.

Spannend, daß dabei die Zahl 3 eine große Bedeutung hat. 3 ist eigentlich eine großartige Zahl. So glauben wir an einen drei-einen Gott. Freud sagt, die Psyche des Menschen besteht aus 3 Teilen. Und ein Freund von mir sagt: 3 ist die wahre Ganzheit. Jesus sagt: Wo zwei oder 3 von euch in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. Drei ist also was besonderes, und hat – strukturell betrachtet – einen enormen Einfluss auf unser Leben. Mir scheint Eckehardt sagt schon mit der Gliederung seines Werkes: Hier gibt es drei Ursachen für dein Leid – und hier hast du drei Gegenmittel dafür.

Und das sind diese:
a) diese und jene Wahrheit, die den Menschen trösten kann in seinem Leid
b) Stücke und Lehren, in denen der Mensch jeweils völligen Trost zu finden vermag
c) konkrete Beispiele aus dem Leben, Leiden und Lernen von großen Menschen und Vorbildern – und Worten die sie gesprochen haben, als sie im Leiden waren.

Für mich heisst das: Eckehardt nimmt den Menschen in seinem Leiden – seinem persönlichen Schmerz ernst. Er meint nicht besserwisserisch: Mach halt dies und das. Oder: Das muss man halt so machen. Oder: Weißt du nicht daß… oder ähnliches. Nein. Er sagt vielmehr: Es ist Ok. Dir ist schlechtes widerfahren. Du darfst verletzt sein. Du hast alles Recht der Welt dich schlecht zu fühlen. Aber bleib nicht dabei stehen. Geh weiter. Und mehr noch: Er bietet konkrete geistliche Hilfestellung aus dem Leid wieder rauszukommen. Licht in der Finsternis zu sehen, wenn man so will. Er weiß aber auch, daß dieser Prozeß der geistlichen Heilung seine Zeit braucht.

Zeit – das alles entscheidende Kriterium

Und deshalb: Nimm dir Zeit. Auch wenn du im Leiden bist. Nimm dir Zeit für dich selbst. Zeit mit dir. Zeit mit deinen Gefühlen. Und vielleicht wird daraus für dich, auch Zeit mit Gott. Wenn das Licht, die Energie die dich tröstet zu dir kommt, und spontan in deinem Herzen aufwallt. Dann nämlich, wenn du dich dir selbst stellst. Ja zu seinem Leiden zu sagen, heisst auch: Ja zu seiner Erlösung zu sagen. Und das nicht nur in einem religiösen Sinne – sondern in einem erfahrbaren Sinn. Erlösung das heisst für mich in diesem Zusammenhang auch von seinen Problemen befreit zu werden.

Diese innerliche Loslösung vom Schmerz ist eine Befreiung, die das Erleben nicht einfach abwehrt, sondern die es ins eigene Leben integriert.

Durch dieses Aufnehmen ins eigene Leben – diese Annahme der äußere Widerfahrnis – wird der ursprüngliche Schmerz auf einmal von etwas Negativem, zu etwas Positivem. Etwas, das uns bereichert. Und uns neu mit Sinn, Stärke und zahlreichen positiven Aspekten unseres eigenen spirituellen Wachstums erfüllt. Nicht umsonst heisst es: Die stärksten Charaktere, tragen auch die tiefsten Narben. Und nach jeder Nacht, bricht ein neuer Morgen an.

Und doch gibt es einen Schmerz, der über alles fassbare hinausgeht. Der so immens und unerträglich ist, dass er mit allen psychischen oder weltlichen Methoden nicht in irgendetwas anderes umgewandelt werden kann. Ein Schmerz der nicht so einfach verarbeitet werden kann. Und auch für ihn bietet Eckhardt uns eine Lösung an: die Aufgabe des Schmerzes und deine Transformation in der Gegenwart des Schöpfers. Er redet dabei nicht von religiösen Lehren oder irgendwelchen weltfremden Theorien, sondern einer mystischen Technik, die uns mit der Urquelle des Lebens selbst vereint.

Mehr dazu findest Du in den nachfolgenden Betrachtungen. Klicke einfach auf den Link unten, um zur nächsten Betrachtung zu gelangen.

+++ Mehr kommt bald +++

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