Mission Mystik – [fünfte Betrachtung]

Ungemach? Schaden? – Gemach. Nutzen.

Kein Ungemach oder Schaden ist ohne Gemach, und kein Schaden ist bloßer Schaden. (M. Eckhart)

Wie bei vielen Dingen im Leben, ist es auch mit dem uns mitunter ereilenden Schaden so, daß es eine Frage der Blickrichtung ist, wie wir mit diesem Erleben von für uns negativen Sachverhalten umgehen können. Wenn uns ein Schaden, ein Leid oder ein Ungemach widerfährt, haben wir die Möglichkeit uns alleine schon mit unserer Entscheidung worauf wir unseren Blick richten möchten, neu zu dieser Situation auszurichten.

Zwar ist Leben nicht immer wie wenn man im Lotto gewinnt – es geschehen ja auch manchmal Dinge, die uns völlig aus der Bahn zu werfen drohen.  Aber auch durch diese schweren Zeiten gewinnt das Leben, gewinnt unser Leben an Tiefe und Authentizität. Bin ich aber gerade in meinem Leben mit einer akuten Leidenssituation konfrontiert, fällt es mir vielleicht schwer davon wieder loszukommen.

Es gibt auch Zeiten im Leben, in denen man wie in einem Moment festgehalten ist, und einfach nicht mehr so recht vom Fleck kommt. Ganz wie in dem bekannten U2-Song: Stuck in a Moment.

In diesen Situationen ist man wie jemand, der in eine Grube voll Treibsand gefallen ist. Treibsand ist eine halb-üble Geschichte. Je mehr man zappelt umso schneller versinkt man. Allerdings macht die physikalische Beschaffenheit des Treibsands ein untergehen des menschlichen Körpers mehr als bis zum Bauch (etwa zur Körpermitte) unmöglich. 

/*Wie gesagt – Treibsand ist eine halb-üble Geschichte, aber nicht ganz so dramatisch wie man es im Fernsehen immer mal wieder sieht…*/

Dennoch bleibt die Tatsache: Je mehr man sich – vielleicht in Panik im Treibsand windet und herumzappelt – umso schneller versinkt man.

Gelingt es einem aber, ruhig zu bleiben, und den Blick auf den rettenden, festen Boden zu behalten, – oder nach oben – raus aus dem Sandloch – zu bewahren, ist das der erste Schritt hin zur möglichen Rettung aus der Gefahrenzone.

Der zweite Schritt besteht dann übrigens darin, zu versuchen ein Bein ruhig stehen zu lassen und das andere locker aus dem Sand zu schütteln. – Oder alles dafür zu tun daß Rettungskräfte alamiert werden und einem zur Hilfe eilen…

Und so ist es mit allen Krisen des menschlichen Lebens: lässt man sich von einer drohenden Gefahr, oder einer aktuellen Notlage immer weiter in den Bann ziehen, hat man schon so gut wie verloren. Sieht man aber, statt auf die Krise auf die guten Dinge des Lebens – auf das was einem abseits der Krise bleibt, was man alles schon erlebt und durchlebt hat, ist dies der erste Schritt der vom Problem hin zur Lösung desselben führt.

//Und wie wir am Beispiel vom Treibsand gesehen haben ist die Lösung mitunter einfacher als man glaubt….

Eckhart bringt dazu ein weiteres, spannendes Beispiel: Stellen wir uns einen Mann vor, der von 100 Euro die er hat, 40 verliert. Wie wird er selbst glücklicher sein: Wenn er ständig an die 40 verlorenen Euro denkt, oder an die 60 Euros, die er ja noch hat?

/*Eigentlich spannend, daß der Mensch eher dazu tendiert auf all das zu schauen was er nicht hat – was ihm gegenwärtig nicht verfügbar ist, als sich auf die positiven Aspekte des Lebens zu fokussieren.*/

/*Machen wir eine meditative Übung daraus: Gemeinsam mit einem bewusst geführten Atemrythmus, vergegenwärtigen wir uns beim Einatmen, welche positiven Dinge wir haben – etwa indem wir uns bewusst suggerieren: “Ich habe …. (Hier einsetzen was einem als erstes in den Sinn kommt)”. Beim Ausatmen vergegenwärtigen wir uns, die Gutheit [und Schönheit, Freshness, Lässigkeit] dieser Begebenheiten…*/

Mitunter können wir ein Problem zwar nicht unmittelbar (selbst) lösen, aber wir können unser persönliches Leid, daß eine Lebenskrise in uns verursacht lindern, indem wir den Fokus den wir haben – unseren Blick auf die Welt – verändern. Und das, ist auch schon viel wert.

+++ Mehr kommt bald +++

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